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Vielen Dank!

= Terminalserver unter
Linux =

Bei einem Terminalserver geht es darum, daß ich einen relativ
einfachen Client-Rechner habe, der normalerweise auch keine
Festplatte besitzt (Diskless Client bzw. Thinclient) und der von
einem zentralen Server aus alle Daten bekommt, um zu arbeiten. Der
große Vorteil ist, daß man nur noch eine zentrale Stelle hat, an
der man ein ganzes Netzwerk von Rechnern konfiguriert und wartet.

Grundsätzlich gibt es die Frage, welche Aufgaben vom Server und
welche von Client übernommen werden sollen. Klassische
Terminalserver-Projekte wie das bekannte [http://ltsp.org/ LTSP
(Linux Terminal Server Projekt)] gehen davon aus, daß der Client so
einfach (d.h. billig) wie möglich aufgebaut ist und eigentlich nur
als verlängerter Bildschirm und Tastatur des Servers dient. Dies
hat den großen Vorteil, daß alle Benutzer wirklich nur auf einem
System (nämlich dem Server) arbeiten und lediglich ein Mini-Linux
mit X-Server auf dem Client laufen muss.

StefanHegner hat sich (weiter unten auf dieser Seite) mit diesem
Thema beschäftigt.

Eine Alternative ist, den Server lediglich als Fileserver benutzen
und die Applikationen dadurch jeweils auf dem Client laufen zu
lassen. ThomasBayen hat seine Erfahrungen dazu auf der Seite
DisklessClient und BootenVomNetzwerk zusammengefasst.

Zur Skalierung eines LTSP-Systems ist zu sagen, daß ich von
Skolelinux-Installationen an Universitäten gehört habe, die
tausende(!) von Clients in einer Installation laufen haben.

Wer lediglich einen Linux-Rechner aus der Ferne bedienen will,
sucht (neben '''ssh -X''') vielleicht nach der Seite
XdmcpTerminalServer oder einem VncServer.

== Technischer Hintergrund ==

Im April 2006 habe ich (ThomasBayen) einen [http://ltsp.org/
LTSP-Server] aufgesetzt. Hierbei habe ich einige Dinge zur
Architektur eines LTSP-Systems bemerkt, die mir nicht direkt klar
waren. Deshalb erkläre ich das Ganze hier nochmal etwas: Am Anfang
steht ein ganz normales Linux-System. Dieses System hat eine
graphische Oberfläche, d.h. insbesondere einen ''Display Manager''
wie z.B. '''kdm''' installiert. Dieses Programm erzeugt den uns
allen wahrscheinlich wohlbekannten Login-Dialog, der nach dem
Einschalten auf dem Bildschirm erscheint. Der erste Schritt ist
nun, den kdm so zu konfigurieren, daß er XDMCP-Anfragen von
außerhalb annimmt (das ist nur eine Zeile in einer Config-Datei).
Siehe hierzu auch XdmcpTerminalServer. Nun können X-Server (mit "X
-query" o.ä.) von einem anderen Rechner aus auf unseren
Hauptrechner zugreifen und erhalten dann einen eigenen
Login-Dialog.

Bisher haben wir einen normalen XDMCP-Server. Was wir jetzt
brauchen, sind Clients, die automatisch booten und per XDMCP an
unseren Hauptrechner andocken. Diese Clients müssen im Grunde wie
ein DisklessClient gebootet werden. Hierzu benötigen wir einen
Server, der einerseits die hierzu benötigten Dienste (DHCP, TFTPD,
NFS) laufen hat und andererseits das root-Filesystem der Clients in
einem eigenen Verzeichnis enthält.

Die Besonderheit an LTSP im Vergleich zu einem normalen
DisklessClient ist nun, daß das root-Filesystem des Clients ganz
speziell auf diesen Zweck zugeschnitten ist. LTSP ist insofern eine
ganz eigene Distribution für Thin-Clients. Das Filesystem wird
read-only gemountet und daher vom Client nicht geändert. Deshalb
können alle Clients mit einem identischen Filesystem booten. Beim
Hochfahren wird eine automatische Erkennung des X-Servers
vorgenommen und dieser dann mit einer XDMCP-Anfrage an den
Hauptserver gestartet.

Der LTSP-Server ist normalerweise identisch mit dem Hauptserver
(muss aber nicht). Da die LTSP-Distribution in einem ganz eigenen
Verzeichnis liegt, braucht man keine Sorgen zu haben, sein
Hauptsystem in irgendeiner Weise zu verändern. Es werden lediglich
die o.g. Netzwerkdienste installiert und eingerichtet.


=== Installation ===

Ich habe mir das '''ltsp-utils'''-Paket von der [http://ltsp.org/
LTSP-Webseite] geholt. Dies lief nach der vorhandenen Doku sehr
einfach und unkompliziert. ''(Fehlermeldungen bzgl. Checksummen
verschwanden bei mehrmaligen Installationsversuchen) --
ThomasBayen''

Unter Ubuntu-Linux gibt es die Alternative der neueren
Mue-Cow-Pakete, die in Zusammenarbeit mit Ubuntu entwickelt wurden
(s.u.).


=== Projekt Mue-Cow ===

Dadurch, daß LTSP im Grunde eine eigene Distribution ist, haben die
LTSP-Betreuer viel Arbeit am Hals, alle Komponenten ständig auf dem
laufenden zu halten. Insbesondere gibt es natürlich einige
Applikationen, die man eventuell dann doch auf dem Client und nicht
auf dem Server laufen lassen will (z.B. ein VNC-Client oder ein
Seti@home-Client). Die Installation solcher Applikationen auf dem
Client geht nun aber nicht einfach mit ''apt'' oder ''rpm'',
sondern muss immer genau auf LTSP abgestimmt sein.

Um diesem Problem zu begegnen, möchte das LTSP-Team die Architektur
unter dem Namen "Projekt Mue-Cow" verändern. Statt eines Paketes
'''ltsp-utils''', das dann LTSP-tgz-Pakete nachlädt, um die
LTSP-Distribution zu installieren, wird die Client-Distribution in
Zukunft auf einem normalen Debian (oder Redhat oder Suse oder
Ubuntu) basieren. Dazu kommt dann noch ein spezielles "ltsp-client"
Debian-Paket, das aus der Standard-Distribution einen LTSP-Client
macht. Um den Server einzurichten, gibt es dann ein
"ltsp-server"-Paket.

Die neueren Pakete gibt es bereits in Debian unstable, allerdings
habe ich sie auf meinem Sarge-System nicht ans laufen gebracht.
Deshalb habe ich obigen Installationsweg beschritten.

In Ubuntu seit "Breezy Badger" (5.10) sind bereits Pakete nach dem
Mue-Cow Standard enthalten. Wem das also besser gefällt, sollte
überlegen, seine LTSP-Experimente mit Ubuntu zu machen.


== lokale Applikationen ==

Eigentlich ist LTSP ja dazu da, das alle Applikationen auf dem
Server laufen. Dies hat viele Vorteile. Man braucht nur ein System
zu warten und die Ressoucen dieses Systems werden viel besser ge-
und verteilt. Dennoch gibt es Gründe, Applikationen dezentral
laufen zu lassen. Spontan fallen mir hier einige Gründe ein:

* Programme, deren primärer Zweck die Verbindung zwischen Display
und einem dritten Server ist: '''Vnc''' (siehe VncServer),
'''RDesktop''' (für Windows Terminalserver)
* Programme, die den X-Server besonders fordern wie z.B.
Videoplayer oder Streamingclients
* Programme, die besonders viel Rechenleistung benötigen und die
Ressourcen des Hauptservers damit zu stark blockieren würden wie
z.B. Seti@home oder DosEmu. (Ich habe selber den DosEmu auf einem
LTSP-Client installiert. Dies habe ich auf DosEmuAufLTSPClient
dokumentiert.)


== LTSP Workshop auf dem LukiTreffen2003 ==

Ich (StefanHegner) habe mich bereit erklärt einiges von meinen
Erfahrungen mit LTSP Server / Client Kombinationen vorzustellen.

Noch nicht klar ist, ob ich durch eine komplette Installation /
Konfiguration gehe, oder lediglich Highlights anreiße, um dann mehr
Zeit zu haben, über Anwendungsmöglichkeiten, Fallen, Tipps &
Tricks zu reden.

Weitere Lukis mit LTSP (http://www.ltsp.org) Erfahrung bitte bei
mir (mailto:stefan@hegner-online.de) melden - vielleicht kann man
sich ergänzen. Ich würde mich über eine nette Kooperation freuen
:-))

Bei Interesse kann ich auch über den Einsatz von IBM Network
Station Clients unter Linux berichten (bitte ebenfalls melden,
s.o.).

Ich werde auf alle Fälle eine lauffähige Server / Client
Kombination mitbringen. Falls wir durch die Installation
Schritt-für-Schritt gehen, wäre es gut, wenn jemand anders (der
LTSP installieren will) die Maschine dafür stellt ... dann kriegt
er seinen Server gleich aufgesetzt :-))) (bei Interesse melden,
s.o.).

... zurück zur Seite LukiTreffen2003.

Hier mal eine kleine Blitz-Umfrage zum Thema Thin Clients und
Terminal Server:

== Umfrage ==
==== (bitte Namen bei den jew. Punkten eintragen, ggf. Punkte
ergänzen) ====
* ich habe Interesse am Thema Terminal Server / Thin Client Einsatz
(ja/PeterHormanns)
* ich möchte gerne einen Terminal Server einrichten (ja/Uli)
** im Verwaltungsbereich
** für die Jugendarbeit (ja/Uli)
** für ...
* ich habe bereits Erfahrungen mit Terminal Servern ...
** LTSP
** IBM Thin Client Manager
** Windows
** sonstige: Xterminal mit Hilfe einer normalen suse (Helmut)
* Ich möchte gerne ...
** auch von anderen Rechnern aus auf den Terminalserver zugreifen,
was geht da?
*** z.B. (thin)VNC von Linux/Windows PCs auf LTSP
** Terminals für ein Internet Cafe bzw. öffentlich zugänglich
nutzen
*** ohne Benutzerauthentifizierung
*** mit Benutzerauthentifizierung
* folgende Fragen interessieren mich am meisten (Mehrfachnennung
erlaubt)
** Hardwarevoraussetzungen (M. Scheel / Uli)
** Recycling von veralteter Hardware (weil vorhanden?) (M. Scheel,
Uli, sehr)
** Installation 
*** Schritt für Schritt
*** Generell (M. Scheel, Helmut)
*** Tipps & Tricks (M. Scheel, Helmut)
*** Client ohne Festplatte (Helmut)
*** Shutdown für normale User am Client (Helmut)
** sonstiges ...

Ich versuche dann mich daran zu orientieren mit dem, was ich für
den Workshop vorbereite. 

M. Scheel
Ich würde keine Schritt-Für-Schritt Anleitung zur Inst. machen, es
sei denn jemand möchte den fertigen Server gleich mit nach Hause
nehmen), das nimmt zuviel Zeit weg und dafür gibt es die
Dokumentation.

PeterHormanns: Falls es zum Vortrag ueber KrefixLinux kommt, sollte
dieser
vor dem LTSP Vortrag kommen, denn dort werde ich dann etwas ueber
das 
Aufsetzen eines DNS- und DHCP-Servers erzaehlen.