Kalender unter Linux#

Immer wieder ein Thema ist die Suche nach einem Kalender unter Linux, möglichst mit Zugriff aus dem Browser, Synchronisation mit Mobilgeräten und einer guten Kalender-Applikation auf dem Desktop.

Auf dem Desktop#

Da gibt es (nachdem ich den Stand bei KDE 4.x nicht kenne):

Evolution (unter Gnome)
das habe ich mir immer mal kurz angesehen, ich kann mich damit bisher nicht anfreunden
Thunderbird mit Lightning als Plugin
Die Debian-Version Iceweasel mit Iceowl ist bei mir installiert und das Mail-Programm ist mein tägliches Handwerkszeug

Auf Mobilgeräten#

Der Grund dieses Artikels ist ein neues App für Android, das der neuseeländische Entwickler Andrew McMillan heute auf der Cebit vorgestellt hat: aCal ein Android-Client für das CalDav-Protokoll.

Der Server dazu#

McMillan Firma liefert auch den passenden Server für CalDav: DAViCal, ein CalDav-Server in PHP

Weitere Server wären (nur Freie Software):

Brauchbare Übersichten über freie CalDav-Server gibt es unter

Meine Empfehlung (PeterHormanns)#

Bisher nutze ich den Chandler Server im Tomcat. Jetzt habe ich den Radicale CalDAV Server installiert und bin von diesem schlanken Server sehr angetan!

Meine Installationsanleitung findet sich im Hostsharing-Wiki: https://wiki.hostsharing.net/index.php?title=RadicaleCalDAVServer

Als Clients funktionieren Iceowl als Plugin in Icedove und aCal auf Android sehr gut!

News: Am 13.02.2013 ist eine neue Version von CaldavZap erschienen und benötigt im Browser nur Javascript, JQuery und einen ~Caldav-Server: http://www.linux-magazin.de/NEWS/CaldavZAP-Browser-Client-fuer-Kalender.

ThomasBayen's Empfehlung#

ThomasBayen hat eine ganze Weile OwnCloud benutzt. Der Kalender- und Kontakteserver funktioniert sehr gut und synchronisiert schön mit meinen Androiden. Außerdem ist die Weboberfläche sehr hilfreich, wenn man mal direkt auf den Server zugreifen möchte. Die Entwicklung von OwnCloud ist lebendig und Verbesserungen werden oft durch Updates eingespielt.

Für meinen persönlichen Geschmack entwickelt sich OwnCloud allerdings zu schnell und zu weit. Mein Wunsch war ein reiner Caldav-Server und keine allumfassende Cloud-Lösung mit Weboberfläche und Datei-Cloud. Ich hätte diese Komponenten gerne etwas mehr getrennt.

Deshalb experimentiere ich jetzt auch mal mit dem Apple calendarserver. Dieser ist allerdings inzwischen als Projekt wohl tot. Er scheint ein nach wie vor gut funktionierendes Stück saubere Software zu sein, aber es gibt keine Weiterentwicklung mehr.

In einer Recherche Anfang 2021 habe mich mit den Webseiten folgender Server näher beschäftigt, um zu sehen, mit was ich in Zukunft weitermachen möchte. Diese Projekte halte ich zum heutigen Stand für interessant:

Davical habe ich mir ausgesucht, um für eine Weile damit zu experimentieren. Die Installation unter Debian Buster war sehr einfach. Es basiert auf PHP (nicht so meine Lieblingssprache) und legt die Daten in einer PostgreSQL-Datenbank ab (find ich gut). Die Daten liegen dort in einer Datenbank-Struktur (als nicht einfach als Text gespeicherte ical-Strings. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder selber wissen. Die Datenbank-Struktur sieht so verständlich aus, das man vielleicht auch von außen daran hacken kann. Ich habe es sogar realtiv einfach geschafft, meine Benutzer automatisch aus meinem Firmen-LDAP anzulegen - für mich ist das ein echter Vorteil. Es gibt eine Admin-Weboberfläche, mit der man komplexe Rechtevergaben, neue Kalender, etc. einstellen kann. Eine Verbindung mit meinem Android per DAVx5 ergab eine einfache und perfekte Anbindung für Kalender, Aufgaben und Kontakte.
Verschiedene Artikel loben Radicale dafür, das es extrem einfach und simpel ist. Außerdem ist er in Python geschrieben. Allerdings scheint mir, das er in der Rechtevergabe mit geteilten Kalendern etc. nicht so leistungsfähig ist. Die Daten liegen wohl als ical-Textdateien im Dateisystem und können so auch leicht gesichert oder auch mit Shell-Tools manipuliert werden. Ob das besser ist als eine Datenbank, sei hier jedem selber überlassen. Es gibt wohl eine LDAP Authentifizierung als Plugin, die aber nicht im Core enthalten ist. Ich habe Radicale noch nicht selber ausprobiert. PeterHormanns hat wohl vor längerer Zeit Erfahrung damit gemacht und war zufrieden.
Sieht auch interessant aus. Es speichert Daten in MySQL oder Sqlite und ist in PHP geschrieben. Baikal ist wohl eine Version von Sabre/DAV, die eine verbesserte Weboberfläche zur Konfiguration enthält - zumindest habe ich das so verstanden. Die beiden Projekte werden wohl von denselben Maintainern gepflegt. Um den Server alleine zu nutzen, scheint Baikal der sinnvollere Startpunkt. Selber ausprobiert habe ich das allerdings bisher nicht.
Laut Angabe im readme des github-Respositories wird das Projekt seit 2017 nicht mehr gepflegt. Aus meinen alten VErsuchen erinnere ich mich, das die Software stabil und sauber lief und es eine übersichtliche Eigenschaft ist, die Kalendereinträge als Klartext-Dateien im Dateisystem zu haben. Allerdings wollte ich in Zukunft lieber mit einem lebendigeren Projekt anfangen.

Tags:  Linux