Historie von LTSP #
Nachdem LTSP seit einigen Jahren mehr oder weniger ohne große Änderungen sehr gut und recht stabil lief, hat sich einer der Entwickler einen Ruck gegeben, und das Ganze nochmal neu durchdacht. Dazu kam es sozusagen zu einem Fork des Projektes.
Das ursprüngliche (ganz alte) LTSP war eine Art eigene Distribution, die per Netzwerkserver an Thin Clients ausgeliefert wurde. Diese war etwas besonders und nicht ganz so leicht zu pflegen, aber im Grunde lief das schon immer gut und stabil.
Ein grosser Schritt war das sogenannte Projekt Muecow, das dann in eine neue Version (ich glaube, es war ab LTSP 4) mündete. Hierzu wurden alle Besonderheiten von LTSP in Debian-Pakete gepackt und es ergab sich, das es dann sowohl für den Server als auch für die Client-Systeme (die idealerweise auf dem Server in einem chroot-Verzeichnis "lebten" Debian-Pakete hgabe, die man mit der normalen Debian-Distribution installieren und upgraden konnte.
Die letzte Version aus diesem Entwicklungszweig ist LTSP 5, das auch in Debian 10 Buster enthalten ist.
Danach wurde LTSP von einem der Maintainer völlig neu entwickelt. Ab Debian 11 Bullseye ist nur noch das neue LTSP enthalten, dessen Eindrücke mich dazu gebracht haben, diese Seite hier zu schreiben.
Unterschied altes und neues LTSP #
Der Haupt-Unterschied ist, das die Clients nicht mehr "thin", sondern "fat" sind. Das bedeutet, das die Applikationen der Benutzer nicht mehr auf dem zentralen Server laufen (also von allen Benutzern gleichzeitig auf einem einzigen System), sondern die CPU des Clients wird benutzt und dieser bekommt lediglich sein Dateisystem vom Server geliefert.
Beide Systeme haben meiner Meinung nach Ihre Vor- und Nachteile. Ich denke im Prinzip schon, das man mit heute verfügbaren Client-Rechnern mit dem neuen LTSP meistens besser fährt. Wer dort aber wirklich preiswerte Hardware nutzen möchte, ist mit dem alten LTSP besser und flexibler dran. Inwiefern man das alte System auf Dauer überhaupt noch nutzen kann und ob es jemand pflegt, weiss man allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht (aber das weiss man bei Open Source ja nie).
Ein Problem ist meiner Meinung nach die Namensgebung. Ich hätte dem neuen System ja einen anderen Namen gegeben - aber gut. Nun weiss man nie, wovon man spricht, wenn man "ltsp" sagt oder googelt.
erste Schritte #
Zuerstmal habe ich auf einem bestehenden Server ein neues chroot angelegt. Dafür gibt es kein LTSP-Skript mehr, was aber auch Quatsch ist, weil die Debian Bordmittel das bereits hervorragend machen
.
Alles in allem habe ich das chroot mit den folgenden Befehlen angelegt. Dabei bin ich von der oben verlinkten Anleitung ausgegangen. Ich habe ein paar eigene Pakete hinzugefügt (aptitude, joe), die ich persönlich mag und ein paar Dinge aus der Ubuntu-Anleitung debianisiert.
mkdir /srv/ltsp cd /srv/ltsp debootstrap --include=locales,aptitude,joe bullseye arbeitsplatz apt install --no-install-recommends linux-generic initramfs-tools echo arbeitsplatz > /etc/hostname passwd dpkg-reconfigure locales apt install software-properties-common apt install ltsp apt install xfce4 exit
.. to be continued
exit
.. to be continued