Alfresco
ist ein Dokumentenmanagement System. Es ist zur Zeit Marktführer im Bereich der open source DMS (was wohl in erster Linie daran liegen dürfte, das es keine vernünftigen Wettbewerber gibt).
Durch die Zugriffsmöglichkeiten per verschiedener APIs (wie JCR/JSR-170
oder CMIS
) kann man Alfresco auch als NoSQLDatenbank sehen.
erste Schritte #
Links #
Bei der Installation haben mir folgende Links geholfen
- http://docs.alfresco.com/4.1/index.jsp
- offizielle Alfresco Anleitung
- https://forums.alfresco.com/de/mein-start-mit-alfresco-dm-07102009-0818
- hier steht ein Link auf ein ausführliches PDF
zur Installation eines Neulings.
Installation #
Ich habe mir einen eigenen (virtuellen) 64-Bit Server mit 1GB Speicher aufgesetzt und dann das Alfresco Installationpaket heruntergeladen. Der Server hat ein Standard-Debian (Wheezy) System mit per tasksel installiertem Desktop-System (letzteres ist hilfreich, weil man so den graphischen Installer benutzen kann - war zwar wahrscheinlich nicht nötig, hat mich aber beruhigt). Die beeindruckende Größe des Paketes von 560MB hat eine einfache Erklärung: Das Paket bringt alle (und zwar ALLE) Komponenten mit, die Alfresco benötigt und installiert diese nach /opt/alfresco-4.2d. Dort sind dann also nicht nur Oracle Java (darf man das?), Tomcat, usw. sondern auch PostgreSQL, OpenOffice und - eh ichs vergesse - Alfresco installiert. Das hört sich ein bisschen nach Overkill an, hat aber den Vorteil, das das ganze Ding nach der Installation sofort lief. :-)
Die Alfresco Anleitung ist so geschrieben, das dort eigentlich alles steht, was man braucht. Sie ist aber dennoch keine Erste-Schritte-Anleitung. So fehlt z.B. die ganz triviale Aussage, was man nach der Installation nun machen kann. Das das Ding irgendwie im Web steht, war mir schon klar und das ein Tomcat auf verschiedenen Ports, darunter auch 8080 lauscht, hat mir dann netstat gesagt. Allerdings verrät die Tomcat Startseite auch nicht viel über die installierten Apps. LAnger Rede kurzer Sinn:
- Unter http://localhost:8080/alfresco
gelangt man in den sogenannten Alfresco Explorer, das ist die normale Weboberfläche für das Dokumentenmanagement und damit das eigentliche "Alfresco".
- Unter http://localhost:8080/share
gelangt man in Alfresco Share, mit dem ich mich noch nicht so beschäftigt habe. Wenn es es richtig verstanden habe, baut es auf dem Dokumentenmanagement auf und bietet webgestützte Kollaborationswerkzeuge für Benutzer wie Foren, Wikis, gemeinsame Sites und Projekte, wobei das Ganze ein bisschen Social-Site-mässig aufgebaut ist, man also Ströme mit Benutzeraktivitäten sehen, Beiträge "liken" kann etc.. (Nun genug des Buzzword-Bingo)
Suche #
Das Suchfeld im Alfresco Explorer erlaubt leider nur recht simple Suchanfragen. Wer eine Suche vertiefen will (also z.B. alle Bestellungen von Herrn Müller sucht), kann die Suchbegriffe mit "+" kennzeichnen (also "+bestellung +müller", sonst kommen alle Bestellungen von allen Kunden plus alle Dokumente von Herrn Müller).
Die zugrundeliegende API basiert auf Lucene als Volltext-Suchdatenbank und ist wesentlich leistungsfähiger. Scheinbar erlaubt das Suchfeld in "Alfresco Share" genauere Anfragen, aber netürlich kann man bei Zugriff über eigene Programme die komplette Suche nutzen.
Konfiguration #
Die zentrale Konfigurationsdatei ist
/opt/alfresco-4.2d/tomcat/shared/classes/alfresco-global.properties
IMAP-Integration #
Auch hier erklärt die Anleitung alle Details, ohne vorher den grossen Zusammenhang darzustellen. Alfresco kann seine Dokumente per IMAP zur Verfügung stellen. Scheinbar kann es auch Dokumente aus einem vorhandenen Mailpostfach (POP oder IMAP) abholen und dann verwalten. Ob das alles reicht, um einen Mailserver komplett zu ersetzen, habe ich bisher noch nicht raus.
In der <tt>alfresco-global.properties</tt> habe ich folgendes angefügt:
# -TB- imap.server.enabled=true imap.server.port=143 imap.server.host=192.168.1.8
Außerdem muss man noch oben in der Datei einen Eintrag einstellen:
alfresco.host=alfresco
Macht man dies nicht, holt er sich seinen Hostnamen selbst, was bei mir dazu führte, das die Links in den EMails immer auf "localhost" zeigten anstatt auf meinen LAN-internen "alfresco"-Server.
Dann Alfresco neu starten und warten. Der IMAP-Server ist erst ca. zwei Minuten, nachdem der Tomcat hochgefahren ist, zugänglich. Ab diesem Zeitpunkt kann man mit einem gewöhnlichen EMail-Client (z.B. Thunderbird) auf die Alfresco Verzeichnisse zugreifen. Die angezeigte Mail enthält jedoch nicht die Dokumente selbst, sondern einen beschreibenden Text mit Links zum Alfresco Repository.